Prostitution in Deutschland

Anders als in vielen Staaten der Welt ist die Prostitution in Deutschland weder sittenwidrig noch verboten. Der KOK begrüßt dies sehr, da die Stigmatisierung und Veurteilung der Prostitution besonders die Frauen trifft, welche sie selbstbewusst ausüben. 

Aber auch in Deutschland hat es sehr lange gedauert, bis eine eher anerkennende Haltung zur Prostitution sich auch im Gesetz niedergeschlagen hat.

Erst mit der Verabschiedung des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 erhielten Prostitutierte per Gesetz Rechte, die der Sittenwidrigkeit entgegenstehen.

Der KOK e.V. legt besonderen Wert darauf, dass sorgsam zwischen Prostitution und Frauenhandel unterschieden wird. Frauen, die sich freiwillig prostituieren, treten wir mit Respekt und Achtung entgegen, wir stigmatisieren sie nicht und wollen, dass die freiwillige Prostitution als persönliche Entscheidung einer jeden Prostituierten anerkannt wird. Prostituierten per sé das Recht abzusprechen, freiwillig zu arbeiten, missachtet ihre Selbstbestimmung und eigene Verantwortung.

Deutlich möchten wir darauf hinweisen, dass nicht jede Prostituierte, nicht jede Migrantin in der Prostitution Opfer von Frauenhandel ist! 

Frauenhandel liegt erst dann vor, wenn Frauen sexuell oder zum Zweck der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft instrumentalisiert und missbraucht werden.

Weitere Informationen zum Thema:

  • Ergebnisse und Materialien des EU-Daphne-Projektes INDOORS zum download verfügbar
    Das Projekt INDOORS wurde von Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2012 im Rahmen des EU-Daphne III Programms von neun Partnerorganisationen aus Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien durchgeführt. Ziel war die Stärkung und Unterstützung von SexarbeiterInnen sowie eine Analyse ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. INDOORS entwickelte Strategien zum Schutz der SexarbeiterInnen vor Diskriminierung, Stigmatisierung und Gewalt. Die Ergebnisse und Materialien sowie weitere Informationen können unter http://www.indoors-project.eu/ heruntergeladen werden.

  • Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes - Anmerkungen und Empfehlungen für den KOK und seine Mitgliedsorganisationen
    Vom KOK in Auftrag gegebene Studie zu den Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes im Hinblick auf den Bericht der Bundesregierung zum Prostitutionsgesetz aus Sicht der Mitgliedsorganisationen des KOK. Autorin der Studie ist Christiane Howe. Berlin, Juli 2008, PDF 
     
  • Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostitutieren (Prostitutionsgesetz - ProtG), 2007, PDF
     
  • Regulierung von Prostitution und Prostitutionsstätten- ein gangbarer Weg zur Verbesserung der Situation der Prostitutierten und zur nachhaltigen Bekämpfung des Menschenhandels?, 2009, PDF
     
  • Im Rahmen des Bundesmodellprojektes „Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution“ vom BMFSFJ werden gegenwärtig bis 2014 drei regionale Modellprojekte finanziert. 

    Die Modellprojekte bieten Sexarbeiterinnen Unterstützung beim Ausstieg aus der Prostitution an. Ziel ist es, Prostituierten nachhaltige Beschäftigungsperspektiven außerhalb der Prostitution zu ermöglichen. Die vollkommene Aufgabe der Prostitution ist jedoch keine notwendige Voraussetzung für die Teilnahme. Durch verschiedene, unterstützende Maßnahmen, wie individuelle Coachings, Ausbildungstrainings und psychosoziale Begleitung werden die Frauen auf die Integration in den Arbeitsmarkt  vorbereitet. 

     

    Das Projekt PINK (Prostitution Integration Neustart Know-How) richtet sich an Frauen aus Mittel & Südbaden. Träger des Projektes sind neben dem BMFSFJ der Diakonieverein des Diakonischen Werks Freiburg e.V. sowie das Sozialministerium Baden-Württemberg. Neben der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt PINK auch Sexarbeiterinnen, die keinen Ausstieg aus der Prostitution planen. Auch sie werden individuell beraten bei Fragen zur Gesundheit, Arbeitssituation oder in rechtlichen Angelegenheiten. Des Weiteren setzt sich PINK dafür ein, die Stigmatisierung von Sexarbeiterinnen innerhalb der Gesellschaft durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit abzubauen. Weitere Informationen: http://www.pink-baden.de/.

     

    Das Berliner Modellprojekt DIWA “ Der individuelle Weg zur Alternative“ bei dem Hydra e.V., neben Goldnetz e.V. und Goldrausch e.V. Kontour, einer der Projektpartner ist, begleitet Frauen in den Phasen der Orientierung, Qualifizierung und der beruflichen Entwicklung. Hierzu werden verschiedene kostenfreie Workshops angeboten. Weitere Informationen: http://www.diwa-berlin.de/proBuendnis.html

     

    Das dritte Modellprojekt OPERA (Orientieren Probieren ERfahren Ausbilden) wurde von der Prostituiertenselbsthilfe Kassandra e.V. ins Leben gerufen. Auch hier liegt der Fokus auf der Orientierung, Qualifizierung und der individuellen Ausbildungsphase. Hierbei werden die Frauen begleitet, wobei Quereinstiege und eine zeitliche Verkürzung möglich sind. Das Projekt hat eine Laufzeit von fünf Jahren (2009 - 2014).  Weitere Informationen: http://www.kassandra-nbg.de/index.php?id=30