Vernetzung

Der KOK e.V. arbeitet in bundesweiten und internationalen Gremien mit und bringt politische Forderungen in Gesetzgebungs- und Entscheidungsprozesse ein. Wir halten es für unsere Aufgabe

  • interdisziplinäre, überregionale und internationale Zusammenarbeit zu fördern
  • die Menschenrechtsperspektive in Politik und Gesetzgebung zu manifestieren
  • Rechtsansprüche von Betroffenen des Frauenhandels bundesweit und international zu verankern
  • die Anwendung und Verbesserung nationaler und internationaler Rechtsvorschriften durchzusetzen

Zur Umsetzung dieser Ziele engagiert sich der KOK e.V. kontinuierlich auf nationaler und internationaler Ebene. Die politischen Positionen stimmt der KOK mit seinen Mitgliedsorganisationen ab und nutzt das Expertinnenwissen sowie die Erfahrungen aus der praktischen Arbeit der Fachberatungsstellen, um die politischen Forderungen praxisnah untermauern zu können. Für die Einbringung der Forderungen auf dem nationalen und internationalen Parkett ist das KOK-Büro originär zuständig.

Die Arbeit des KOK hat zu Erfolgen geführt, wie die Reformen nationaler Gesetze und internationaler Konventionen sowie die Verbesserung der Beratungs- und Menschenrechtssituation von Frauenhandel und Gewalt im Migrationsprozess betroffener Frauen. Die Vernetzung des KOK verfolgt aber auch das Ziel, das Expertinnenwissen anderer, mit dem Thema Frauenhandel befasster Institutionen für die Praxis nutzbar zu machen. 

Jedoch besteht weiterer Handlungsbedarf:

  • Nach wie vor setzt die nationale und internationale Rechtslage für den Bereich des Menschenhandels vorwiegend Standards für die Verbrechensbekämpfung und reguliert meist restriktiv Migrationsbewegungen.
  • Rechtsansprüche für Betroffene sind kaum vertreten.
  • Selbstverständlich ist die Bekämpfung von Kriminalität ein wichtiges staatliches Ziel. Im Zentrum unserer Arbeit stehen jedoch die betroffenen Frauen in ihrer Viktimisierung und Traumatisierung, nicht in ihrer Funktion als Zeuginnen.
  • Vorrangiges Ziel muss aus unserer Sicht sein, betroffene Frauen dabei zu unterstützen, ihre Stabilität und die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Die Kriminalitätsbekämpfungsstrategie führt nicht nur zur Instrumentalisierung und sekundären Viktimisierung betroffener Frauen, sondern auch zu einer verfälschten Wahrnehmung der Realität von Frauenhandel und verhindert dadurch präventive Lösungsansätze. 

Der KOK engagiert sich kontinuierlich, um politische sowie gesamtgesellschaftliche Veränderungsprozesse der Wahrnehmung und Rechtsansprüche betroffener Frauen zu bewirken.