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KOK Newsletter 01/2010

Der KOK Newsletter erscheint 2-3 mal im Jahr. Zu besonderen Anlässen wird ein außerplanmäßiger Newsletter herausgegeben. Wenn Sie unmittelbar die neuesten Informationen des KOK erhalten möchten, dann abonnieren Sie doch unseren Newsletter. Sie können das Abonnement jederzeit wieder löschen. Newsletter abonnieren >>

Die Themen des aktuellen Newsletter lesen Sie in verkürzter Form auf dieser Seite.
Den aktuellen ausführlichen Newsletter können Sie hier als PDF herunterladen:
NEWSLETTER 01/2010

 

NEUIGKEITEN

  • Augsburger Sexclub: Staatsanwalt legt Beschwerde ein
    Die Zeitung Augsburger Allgemeine berichtete am 10.01.2010, dass das Augsburger Landgericht die Anklage gegen das Bordell Colosseum wegen Schwarzarbeitförderung abgewiesen hat. Es begründete seine Entscheidung damit, dass die Prostituierten von den Freiern und nicht vom Colosseum bezahlt werden und somit als Selbstständige arbeiten würden.

  • BUG-Diskriminierung muss nicht hingenommen werden!
    Das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlungen (BUG) hat sich im April letzten Jahres in Berlin konstituiert und sich als Ziel gesetzt, für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft in Deutschland einzutreten. 
    http://www.bug-ev.org/images/stories/SelbstdarstellungDruck.pdf

  • Studie über europäische Hotline für Opfer von Menschenhandel
    La Strada International (LSI) wurde im November 2009 von der europäischen Kommission beauftragt, eine Studie über die Durchführbarkeit einer europaweit einheitlichen Hotline sowie eine Beurteilung der bereits bestehenden Hotlines durchzuführen.

  • UNIFEM: neue globale Aktionsplattform
    Am 6. November 2009 begann UNIFEM die weltweite Initiative „Say NO - UNiTE to End Violence against Women“. Die Kampagne möchte „Aktionen zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen stimulieren, zählen und sichtbar machen“. Bis März 2010 sollen 100.000 und bis November 2010 eine Million Projekte angestoßen werden.

  • MigrAr: Kampf für die Rechte von ArbeitnehmerInnen ohne
    gesicherten 
    Aufenthaltsstatus
    Das Arbeitsgericht Celle hat der Klage eines illegal in Deutschland arbeitenden Serben über  Lohnnachzahlungen aus einem undokumentierten Arbeitsverhältnis stattgegeben. Emilija Mitroviæ von der gewerkschaftlichen Anlaufstelle von ver.di für MigrantInnen ohne gesicherten Aufenthalt, MigrAr, in Hamburg begrüßte diese Entscheidung, da die grundlegenden Arbeitsrechte für jedeN BeschäftigteN, unabhängig vom Aufenthaltsstaus gelten.

  • Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Zypern und Russland wegen Sklaverei
    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Zypern und Russland wegen Menschenhandel und Sklaverei im Falle einer 21-jährigen Russin verurteilt.
    http://www.123recht.net/Menschenrechtsgericht-verurteilt-Zypern-und-Russland-wegen-Sklaverei-__a56456.html

  • Gedenkfeier für Hatun Sürücü
    Am 5. Todestag, dem 07.02.2010, fand für Hatun Sürücü eine Gedächtnisfeier statt.  Die Ermordung von Hatun Sürücü durch ihren Bruder wurde als so genannter Ehrenmord bekannt, da sie nicht weiter in einer durch Zwangsverheiratung gegründeten Ehe leben wollte, sondern ein selbstbestimmtes Leben führen wollte.
    http://www.frauenrechte.de/tdf/pdf/veranstaltungen/Presseerklaerung_Gedenken_an_Hatun_Sueruecue.pdf

  • Gesundheitliche Vorsorge von MigrantInnen verbessern
    Die SPD-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz hat eine „kultursensible Weiterbildung des medizinischen Personals, die vermehrte Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund, die interkulturelle Öffnung der Regeleinrichtungen des Gesundheitswesens, den Ausbau von mehrsprachigen, kulturspezifischen und niedrigschwelligen Präventionsangeboten sowie eine intensivere Einbeziehung von Migrantenorganisationen“ gefordert. 

  • Bundesregierung: Kein Lagebericht zu Kinderhandel
    Anlässlich der kleinen Anfrage von Abgeordneten der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 17/92), erklärte die Bundesregierung, dass sie trotz Forderungen vieler Fachverbände keinen Lagebericht zu Kinderhandel erstellen wird.
    Drucksache: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/002/1700251.pdf

  • Freier Zugang zu Frauenhäusern
    In einer Bundestagsrede forderte die Bündnis 90/Die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern Gespräche zu führen, damit Frauen unabhängig von ihrem rechtlichen und finanziellen Status Zugang zu Frauenhäusern haben. 
    http://www.gruene-bundestag.de/cms/bundestagsreden/dok/320/320092.finanzierung_der_frauenhaeuser.html

  • Umsetzung des Antidiskriminierungsverbot gefordert
    Nachdem die EU-Kommission im Oktober 2009 Deutschland aufgefordert hatte, die EU-Vorschriften zum Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in Beschäftigung und Beruf vollständig umzusetzen, prüft die Bundesregierung gegenwärtig die Umsetzung im deutschen Recht. http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=89&newsId=609

  • 30 Jahre UN- Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Frauendiskriminierung und 15 Jahre Peking-Deklaration
    Ende letzten Jahres ist das UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) 30 Jahre alt geworden und in diesem Jahr steht die kritische Prüfung der Umsetzung einer weiteren, für die Rechte der Frauen grundlegenden Deklaration an, die so genannte Peking-Deklaration und die Aktionsplattform für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden aus dem Jahr 1995.
    http://www.un.org/womenwatch/daw/beijing15/index.html

  • Kampagne zur FIFA Weltmeisterschaft 2010
    Die „Red Light 2010 Campaign“ ist eine soziale Bewegung von Organisationen aus allen 14 Ländern der South African Development Community (SADC), die gegen Menschenhandel kämpfen. http://www.redlight2010campaign.org/

  • Zunahme der Anzeigen bei häuslicher Gewalt
    Das Land Hessen und Bremen haben Zahlen über die gestellten Anzeigen wegen häuslicher Gewalt veröffentlicht. 2008 wurden in Hessen 9.377 und in Bremen 2.161 Fälle wegen häuslicher Gewalt registriert.

  • „Frauenrechte sind nicht verhandelbar“
    Das Frauenhilfswerk medica mondiale (Köln) hat die Bundesregierung aufgefordert, bei einer Neuausrichtung der Afghanistan Politik und der diskutierten Einbindung der Taliban in den Friedensprozess die Frauenrechte zu schützen.  http://www.medicamondiale.org/home/single-artikel/?tx_ttnews[tt_news]=44&cHash=e27b6c70ff

  • Equal Pay Day
    Der vom Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany erstmals 2008 organisierte Equal Pay Day in Deutschland, hat in diesem Jahr am 26. März statt gefunden. http://www.equalpayday.de

  • 54. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen
    Bei der 54. Sitzung der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen in New York diskutierten VertreterInnen aus knapp 200 Staaten über die nachhaltige Weiterentwicklung der Strategien zur Durchsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern weltweit. Die Pressemitteilung kann hier eingesehen werden.

  • Neue OSZE-Sonderbeauftragte für die Bekämpfung des Menschenhandels
    Die italienische Richterin und EU-Kommissionsexpertin Maria Grazia Giammarinaro ist von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zur neuen Sonderbeauftragten und Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels ernannt worden. http://www.osce.org/cthb/13000.html

  • Sechstes Nachrichtenblatt des IGB
    Das internationale Gewerkschaftsbündnis gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel, das vom  Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB/ITUC) angeführt wird, veröffentlichte ihr sechstes Nachrichtenblatt.

VERÖFFENTLICHUNGEN DES KOK 

  • Stellungnahme des KOK e. V. zur Zwangsverheiratung
    Im Rahmen der aktuellen politischen Entwicklungen hat sich der KOK mit dem Thema Zwangsverheiratung auseinander gesetzt und die Entwicklungen kurz kommentiert. Den Text finden Sie hier

  • Studie zum Thema Ausbeutung der Arbeitskraft
    Ende März veröffentlichte der KOK e. V. eine Studie zu dem Thema „Politische Instrumente zur Bekämpfung des Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft in Deutschland - Bestandsaufnahme und Empfehlungen“. Autorinnen sind Claudia Franke, Sarah Schwarze und Nicole Garbrecht. Die Studie beschäftigt sich mit der Identifizierung politisch notwendiger Instrumente gegen Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft in Deutschland.

KOK-INTERNE VERANSTALTUNGEN

  • Erste KOK-Mitgliederversammlung in 2010
    Am 22.03.2010 fand die Mitgliederversammlung des KOK e. V. bei IN VIA im Haus der Caritas in Berlin statt. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung der Studie „Entwicklung tragfähiger Unterstützungsstrukturen für die Betroffenen von Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung“, die der KOK im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchführt (siehe auch Rubrik Wissen in diesem Newsletter) sowie die Diskussion möglicher Unterstützungsmaßnahmen.

VERANSTALTUNGEN 

INFORMATIONSMATERIAL UND PUBLIKATIONEN

GESETZLICHE NEUERUNGEN

  • Neue EU-Rechtsvorschriften im Kampf gegen Menschenhandel
    Am 29.03.2010 hat die EU-Kommission Vorschläge für Rechtsvorschriften vorgelegt, basierend auf dem Entschluss des EU-Parlaments vom 10. Februar (P7_TA(2010)0018), die die EU-Mitgliedstaaten verpflichten sollen, in der Strafverfolgung von MenschenhändlerInnen, Opferschutz und Prävention tätig zu werden. Nach der Erörterung im Europäischen Parlament und im Ministerrat und nach der Genehmigung ist geplant, den Vorschlag in einzelstaatliches Recht umzusetzen. Der Vorschlag für die EU-Richtlinie ist abrufbar unter:
    http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2010:0095:FIN:DE:PDF

    Der KOK wird den Vorschlag für die EU-Richtlinie prüfen und den weiteren Verlauf beobachten sowie darüber informieren.

  • Forderung nach Strafmaß für Genitalverstümmelungen
    Baden-Württemberg und Hessen haben einen Bundesrats-Antrag (Drucksache: 867/09) erstellt, dass Genitalverstümmelung als eigener Strafstandbestand im Strafgesetzbuch aufgenommen und nicht mit einer Freiheitsstrafe unter zwei Jahren geahndet werden soll.
    http://www.bundesrat.de/cln_152/SharedDocs/Drucksachen/2009/0801-900/867-09_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/867-09%28B%29.pdf

  • Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Zwangsverheiratung
    Auf Initiative der Länder Hessen und Baden-Württemberg hat der Bundesrat am 12.02.2010 einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Zwangsverheiratung (Drucksache 36/10) beschlossen. Dieser soll nun im Bundestag behandelt werden. Das Gesetz soll einen neuen Tatbestand der Zwangsverheiratung in das Strafgesetzbuch aufnehmen, der mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren droht. http://www.lexisnexis.de/rechtsnews/einfuehrung-eines-neuen-straftatbestandes-der-zwangsheirat-vom-bundesrat-gefordert-175328

RUBRIK WISSEN

  • Aktuelle Projekte des KOK e. V.
    Der KOK ist  in verschiedenen Projekten sowohl Kooperationspartner aber auch Projektkoordinator. Wir möchten Ihnen in diesem Newsletter zwei aktuelle Projekte vorstellen.
     



    (Stand: April 2010) 

© KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V.